Mitgliedsarten im Verein: Überblick mit Beispielen
Mitgliedsarten im Verein, erklärt mit Beispielen: was zu jeder Art gehört, was sie kostet und wie man die passenden für den eigenen Verein wählt.
Mitgliedsarten im Verein ergeben sich aus drei Einteilungen: danach, wer die Mitglieder sind, was sie bekommen oder wie sie zahlen. Die erste führt zu ordentlichen und außerordentlichen Mitgliedern sowie zu Ehren- und Gruppenmitgliedern. Die zweite führt zu Stufen wie Basic und Premium, die dritte zu einem regelmäßigen Beitrag oder einem kostenlosen Einstieg mit bezahlten Extras.
Dieser Leitfaden erklärt jede der drei Einteilungen mit Beispielen, teils von Verbänden, die ihre eigenen Mitgliedsarten veröffentlichen, und zeigt zum Schluss, wie man die passenden auswählt. Die Quellen haben wir am 6. Oktober 2026 gelesen. Jede Quelle ist am Ende mit ihren Datumsangaben aufgeführt.
Welche Mitgliedsarten gibt es?
„Mitgliedsart“ kann für drei verschiedene Einteilungen stehen, deshalb hilft es zu wissen, welche gemeint ist. Die erste ordnet die Mitglieder, die zweite die Leistungen und die dritte die Zahlung.
| Einteilung | Frage, die sie beantwortet | Beispiele |
|---|---|---|
| Nach Mitglied | Wer kann beitreten und zu welchen Bedingungen? | Ordentliche Mitglieder, außerordentliche oder assoziierte, Ehrenmitglieder, Gruppenmitglieder |
| Nach Stufe | Was bekommt jedes Mitglied? | Basic, Plus, Premium |
| Nach Zahlung | Wie und wann zahlt ein Mitglied? | Regelmäßiger Beitrag, kostenloser Einstieg mit bezahlten Extras, Pauschalbetrag |
Der Anbieter re:Members, der Verbänden Software für Mitgliedschaften verkauft, trifft dieselbe Unterscheidung. Er trennt Beiträge, die sich danach richten, wer das Mitglied ist, von Stufen, die sich danach richten, welche Leistungen es bekommt. Viele Verbände verbinden beides.
Mitgliedsarten danach, wer Mitglied ist
re:Members nennt das die traditionelle Struktur. Jede Mitgliedsart legt fest, für wen sie gilt und was diese Person zahlt.
- Ordentliche Mitglieder. Der Kern des Vereins, mit allem, was die Mitgliedschaft bietet. EABS beschreibt sich als professionelle Mitgliederorganisation, die Akkreditierungen für Einrichtungen wie Universitäten, Colleges und Privatschulen anbietet. EABS schreibt, dass seine ordentlichen Mitglieder alle Leistungen der Mitgliedschaft nutzen können.
- Außerordentliche oder assoziierte Mitglieder. Menschen oder Organisationen, die dem Zweck des Vereins nahestehen, aber nicht zum Kern gehören. SoACE, ein Berufsverband in den USA, kann Organisationen, die für seine ordentlichen Mitglieder eine Dienstleistung erbringen oder ein Produkt liefern, eine assoziierte Mitgliedschaft gewähren. SoACE räumt den assoziierten Mitgliedern alle Rechte einer ordentlichen Mitgliedschaft ein, außer dem Recht, abzustimmen oder ein Amt zu übernehmen.
- Mitglieder, die noch nicht alle Bedingungen erfüllen. EABS sieht die außerordentliche Mitgliedschaft für neu gegründete Organisationen vor, die beitreten wollen, aber noch nicht alle Bedingungen erfüllen können.
- Ehrenmitglieder. Eine Möglichkeit, Menschen zu danken. Bei SoACE heißt diese Mitgliedsart Honorary Lifetime Members. Sie gilt für langjährige Mitglieder mit besonderen Verdiensten, die für eine aktive Mitgliedschaft nicht mehr infrage kommen und von Mitgliedern vorgeschlagen und vom SoACE-Vorstand bestätigt werden. Nach den Regeln von SoACE stimmen diese Ehrenmitglieder nicht ab, übernehmen kein Amt und zahlen keinen Beitrag.
- Gruppenmitglieder. Mehrere Personen aus einer Organisation, die gemeinsam beitreten. Bei SoACE zahlt eine Gruppe von 5 bis 9 Mitgliedern pauschal 725 USD, eine Gruppe ab 10 Mitgliedern 1.100 USD. Die Gruppe erhält eine gemeinsame Rechnung.
Dasselbe Wort kann in verschiedenen Vereinen Verschiedenes bedeuten. Bei EABS ist ein „außerordentliches“ Mitglied eine Organisation, die noch nicht so weit ist. In einem anderen Verein kann damit ein Förderer gemeint sein, der bei der eigentlichen Aktivität des Vereins nie mitmacht. Am besten schreibt man für jede Mitgliedsart in einer Zeile auf, was sie im eigenen Verein bedeutet.
Welche Stufen der Mitgliedschaft gibt es?
Bei Stufen geht es darum, was Mitglieder bekommen, nicht darum, wer sie sind. Meist bietet jede höhere Stufe mehr Leistungen als die Stufe darunter.
re:Members schreibt, dass drei Stufen aus Marketingsicht das richtige Maß zu sein scheinen, in Verbänden oft unter den Namen Basic, Plus und Premium. Außerdem sieht re:Members spezialisierte Stufen im Kommen, die sich jeweils auf ein Bündel zusammengehöriger Leistungen konzentrieren, etwa auf die Interessenvertretung.
Stufen lassen den Mitgliedern die Wahl, machen dem Verein aber Arbeit. Der Anbieter Momentive, der Software für das Verbandsmanagement verkauft, schreibt, dass Stufenmodelle mehr Kommunikation, mehr Segmentierung und mehr Daten brauchen, um gut zu funktionieren. Für einen kleinen Verein, der von Ehrenamtlichen statt von Hauptamtlichen getragen wird, ist das ein echter Aufwand.
Welche vier Mitgliedschaftsmodelle gibt es?
Die Quellen, die wir gelesen haben, einigen sich nicht auf eine gemeinsame Liste mit vier Einträgen. Eine Antwort gibt Momentive mit den vier häufigsten Mitgliedschaftsmodellen von Verbänden:
- Abonnement. Mitglieder zahlen regelmäßig einen Beitrag, monatlich oder jährlich, für laufenden Zugang.
- Freemium. Eine kostenlose Stufe gibt eingeschränkten Zugang, und eine bezahlte Stufe schaltet den Rest frei.
- Komplettzugang. Ein einziger Pauschalbetrag schaltet alles frei, was die Organisation anbietet, ohne Zusatzgebühren.
- Stufenmodell. Mitglieder wählen aus mehreren Stufen, je nachdem, was ihnen am wichtigsten ist.
Alle vier sind Modelle für Zahlung und Zugang. Auf die Frage „Wie zahlen die Mitglieder?“ geben diese Modelle eine Antwort, auf die Frage „Wer sind unsere Mitglieder?“ nicht. Ein Verein kann ordentliche und außerordentliche Mitglieder per Abonnement zahlen lassen oder beiden Mitgliedsarten einen kostenlosen Einstieg bieten.
Beispiele für Mitgliedsarten im Verein
Drei Zusammenstellungen zeigen, wie sich die Einteilungen verbinden lassen. Es sind Beispiele, kein Standard.
| Verein | Mitgliedsarten | Wie Mitglieder zahlen |
|---|---|---|
| Wanderverein | Ordentliche Mitglieder (alle Wanderungen und der Vereinschat), außerordentliche Mitglieder (nur Wanderungen am Wochenende), Ehrenmitglieder (Gründungsmitglieder) | Monatsbeitrag für ordentliche Mitglieder, ein niedrigerer für außerordentliche, keiner für Ehrenmitglieder |
| Lokales Unternehmernetzwerk | Einzelmitglieder, Gruppenmitgliedschaft für das Team eines Unternehmens, assoziierte Mitglieder (Lieferanten) | Fester Beitrag pro Person, Gruppentarif für ein Team |
| Chor | Singende Mitglieder, fördernde Mitglieder, die zu Konzerten kommen und die Kosten mittragen | Ein Beitrag für singende Mitglieder, ein kleinerer für fördernde |
Jede Zusammenstellung hat zwei oder drei Mitgliedsarten, und jede davon lässt sich in einer Zeile beschreiben. Das reicht für den Anfang.
Mitgliedsarten für den eigenen Verein auswählen
Man beginnt bei den Menschen, die schon im Verein sind, nicht bei einer Vorlage.
- Aufschreiben, wer heute im Verein ist. Man ordnet die Mitglieder danach, wie sie tatsächlich mitmachen, nicht danach, wie man es sich wünschen würde. Der Anbieter Advanced Communities, der Software für Mitgliedschaften auf Basis von Salesforce entwickelt, nennt unter den Punkten, die man bedenken sollte, die Zielgruppe zuerst.
- Jede Mitgliedsart in einer Zeile beschreiben: für wen sie gedacht ist, was dazugehört und was sie kostet. Bekommen zwei Mitgliedsarten dasselbe zum selben Preis, sind sie in Wahrheit eine einzige.
- Namen wählen, die zum eigenen Tätigkeitsfeld passen. Advanced Communities nennt als Beispiel eine Organisation im Gesundheitswesen, zu der Namen wie Beginner, Starter und Advanced nicht passen. Der Anbieter schlägt stattdessen neutrale Namen vor, etwa Full Membership und Group Membership.
- Ähnliche Vereine anschauen. Advanced Communities empfiehlt außerdem nachzusehen, welche Stufen der Mitgliedschaft ähnliche Organisationen anbieten.
- Die Zahl der Mitgliedsarten klein halten, wenn Ehrenamtliche den Verein führen. Laut Momentive kann ein einfacheres Modell für ein kleines Team leichter umzusetzen sein.
- Die Zusammenstellung alle paar Jahre überprüfen. Momentive empfiehlt, das Mitgliedschaftsmodell alle zwei bis drei Jahre zu überprüfen, oder schon früher, wenn weniger Mitglieder verlängern.
In Groupanda kann eine Gruppe bis zu 5 Pläne nebeneinander haben, und jeder Plan öffnet die Kanäle, die man ihm zuweist. Ein Plan ist ein Monatsabo, auf Wunsch auch mit Jahrespreis, oder eine Einmalzahlung ohne Verlängerungsdatum. Pläne sind keine Stufen: Ein Mitglied kann mehrere Pläne mit Einmalzahlung und dazu ein Abo haben und bekommt die Kanäle aller seiner Pläne. Jeder Plan ist kostenpflichtig. Eine kostenlose Mitgliedsart entspricht deshalb dem kostenlosen Beitritt und den Kanälen, die allen Mitgliedern offenstehen.
Häufige Fragen
Was unterscheidet eine Mitgliedsart von einer Stufe der Mitgliedschaft?
Eine Mitgliedsart sagt, wer das Mitglied ist, etwa ordentliches Mitglied, außerordentliches Mitglied oder Gruppenmitglied. Eine Stufe sagt, was das Mitglied bekommt, etwa Basic oder Premium. re:Members beschreibt Verbände, die beides gleichzeitig nutzen und innerhalb einer Stufe für jede Mitgliedsart einen anderen Preis verlangen.
Wie viele Mitgliedsarten sollte ein Verein haben?
So wenige, wie man braucht, um alle Menschen abzudecken, die tatsächlich im Verein sind. Am Anfang stehen zwei oder drei, jede in einer Zeile beschrieben, und eine weitere kommt erst hinzu, wenn eine Gruppe von Mitgliedern in keine davon passt. Laut re:Members scheinen drei Stufen aus Marketingsicht das richtige Maß für Abonnements und Mitgliedschaften zu sein.
Was ist ein außerordentliches Mitglied?
Das hängt von den eigenen Regeln des Vereins ab. Am nächsten kommt dem bei SoACE die assoziierte Mitgliedschaft für Organisationen, die für die ordentlichen Mitglieder tätig sind. Bei EABS ist die außerordentliche Mitgliedschaft für neu gegründete Organisationen gedacht, die noch nicht alle Bedingungen erfüllen können.
Kurz gesagt
Zuerst klärt man, ob man Mitglieder, Leistungen oder Zahlungen einteilt, denn jede Einteilung beantwortet eine andere Frage. Man bleibt bei zwei oder drei Mitgliedsarten, jede mit einer Zeile dazu, für wen sie gedacht ist, was dazugehört und was sie kostet. Wer noch überlegt, ob der Verein überhaupt Geld verlangen soll, findet einen Vergleich der Möglichkeiten in unserem Leitfaden zum Aufbau einer bezahlten Community. Wie Pläne, Zugang und Gebühren im Einzelnen funktionieren, erklärt die Seite über Mitgliedschaften mit Abo oder Einmalzahlung.
Quellen
Zu jeder Quelle unten gehört das Datum, das auf der Seite oder in ihren Metadaten steht, oder der Hinweis, dass sie keines trägt. Dazu kommt der Tag, an dem wir sie gelesen haben.
- SoACE, Membership Categories. Die assoziierte Mitgliedschaft für Organisationen, die für ordentliche Mitglieder tätig sind, die Honorary Lifetime Members und die Gruppenmitgliedschaft mit ihren Pauschalbeträgen und einer gemeinsamen Rechnung. Bei SoACE stimmen assoziierte Mitglieder und Ehrenmitglieder nicht ab und übernehmen kein Amt. Kein eigenes Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum auf der Seite oder in ihren Metadaten. Gelesen am 6. Oktober 2026.
- EABS, Types of membership. Ordentliche (Full), assoziierte (Affiliated) und außerordentliche (Associate) Mitgliedschaft, Letztere für neu gegründete Organisationen. Kein eigenes Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum auf der Seite oder in ihren Metadaten. Gelesen am 6. Oktober 2026.
- EABS, What is EABS?. Die Selbstbeschreibung von EABS als professionelle Mitgliederorganisation, die Akkreditierungen für Einrichtungen wie Universitäten, Colleges und Privatschulen anbietet. Kein eigenes Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum auf der Seite oder in ihren Metadaten. Gelesen am 6. Oktober 2026.
- re:Members, Tiered Membership Models to Consider for Your Association. Beiträge nach Merkmalen der Mitglieder im Unterschied zu Stufen nach Leistungen, drei Stufen namens Basic, Plus und Premium sowie spezialisierte Stufen. Laut Metadaten der Seite veröffentlicht am 3. Mai 2023 und aktualisiert am 7. August 2024. Gelesen am 6. Oktober 2026.
- Momentive Software, Membership Models: Types & How to Choose Yours. Die vier Mitgliedschaftsmodelle, der Aufwand von Stufenmodellen, einfachere Modelle für ein kleines Team und eine Überprüfung alle zwei bis drei Jahre. Laut Metadaten der Seite veröffentlicht am 16. Juni 2025 und aktualisiert am 23. Juli 2026. Gelesen am 6. Oktober 2026.
- Advanced Communities, Types of Membership for Your Audience: How to Build and Present Them. Mitgliedsarten, Stufen und Programme als unterschiedliche Dinge, die Zielgruppe an erster Stelle, Namen, die zum Tätigkeitsfeld passen, und der Blick auf ähnliche Organisationen. Laut Metadaten der Seite veröffentlicht am 25. Juli 2024 und aktualisiert am 7. April 2026. Gelesen am 6. Oktober 2026.